Das Urheberrecht ist im Grundgesetz verankert und schützt die Rechte des Urhebers an seinem Werk. Darunter fallen neben den Bereichen Musik, Literatur, Wissenschaft etc. auch Architektur: § 2 Absatz 1 Nr. 4, Absatz 2 UrhG definiert den Schutz von Werken der Baukunst, sofern sie eine persönliche, geistige Schöpfung des Urhebers sind.

Jedoch nicht jedes Bauwerk ist urheberrechtlich geschützt. Damit der Urheberrechtsschutz greift, müssen vier Faktoren erfüllt sein:

  1. Der Urheber muss das Werk persönlich geschaffen haben, es darf also nicht z.B. maschinell produziert worden sein.
  2. Das Werk muss eine wahrnehmbare Form angenommen haben; darunter wird nicht nur eine physische Gestaltwerdung wie z.B. ein fertiges Gebäude verstanden, sondern auch der zeichnerische Entwurf eines Gebäudes erfüllt die Voraussetzung (§ 2 Absatz 1 Nr. 7, Absatz 2 UrhG). Reine Ideen stehen nicht unter dem Schutz des Urheberrechts.
  3. Diese sinnliche Wahrnehmbarkeit muss durch einen geistigen Inhalt des Urhebers vertieft sein.
  4. Das Werk muss eine eigenpersönliche Prägung durch ein gewisses Maß an Individualität und Originalität aufweisen.

Eine Beurteilung, ob ein architektonisches Werk unter den Urheberrechtsschutz fällt, ist oft nicht eindeutig. Der Urheberrechtsschutz bezieht sich auf Persönlichkeitsrechte des Architekten (nicht übertragbar), auf das Recht auf Namensnennung sowie auf Zugang zu seinem urheberrechtlich geschütztem Werk. Darüber hinaus dienen die §§ 14, 39 sowie 23 UrhG dem Schutz vor Entstellung und andere Beeinträchtigungen des Werkes; ein vollständiger Abbruch des Bauwerkes fältt jedoch nicht darunter. Es ist daher sinnvoll, eventuelle dem Bauherrn übertragene Nutzungsrechte im Architektenvertrag zu fixieren.  Weder ästhetische noch finanzielle Interessen des Bauherrn begründen grundsätzlich einen Änderungswunsch; jedoch lassen sich im gemeinsamen Gespräch einvernehmliche Lösungen finden.

Urheberrecht